In der Abschlussprüfung der Mediengestalter Digital und Print mit der Fachrichtung Gestaltung und Technik wird neben der Realisierung eines Medienprodukts (z.B. Flyer, Plakat oder Webseite) auch eine Konzeption oder Dokumentation verlangt. Hierbei werden alle gestalterischen Entscheidungen des Medienprodukts begründet und genauer auf die praktische Umsetzung eingegangen.

Im Folgenden erhaltet ihr ein paar Tipps, auf was es beim Schreiben einer Konzeption ankommt und aus was diese auf jeden Fall zusammengesetzt sein soll. Dieser Blogbeitrag dient allerdings nur zur groben Orientierung. Die genauen Inhalte, die eine Konzeption enthalten sollte, findet man auch auf der Aufgabenstellung der praktischen Abschlussprüfung.

Zielgruppe

Um sein Produkt gut vermarkten zu können, muss man wissen welche Art von Menschen den Artikel kaufen würden. Dafür hilft eine Zielgruppenanalyse. Die Zielgruppe ist eine Gruppe von Personen, die im Hinblick auf bestimmte Eigenschaften gleich ist, welche gezielt angesprochen wird und von etwas überzeugt werden soll.
Diese Zielgruppenanalyse ist so wichtig, da man mit Print- oder Digitalmedien nicht direkt persönlich kommunizieren kann. Das heißt der Gestalter hat keine Möglichkeit zu reagieren, wenn der Betrachter die Botschaft nicht versteht. Zum anderen leben wir in einer schnelllebigen und reizüberfluteten Welt, bei der die Aufmerksamkeit der Empfänger sehr gering ist. Die durchschnittliche Betrachtungsdauer eines Plakates liegt bei 3-5 Sekunden. In dieser Zeit sollte das Interesse geweckt und gehalten werden.

Beispiele bei der Zielgruppenanalyse:

  • Alter –> traditionelle, größere Schrift für ältere Leute
  • Geschlecht –> Pastelltöne bei Frauen
  • Interessen –> Ökopapier für Umweltschutz
  • Gesellschaftliche Stellung –> exklusives Design
  • Beruf/Branche –> schlichtes Design bei Technik

Farbwahl

Bei der Abschlussprüfung wird ein Logo für die Umsetzung des Medienprodukts mitgeliefert. Anhand der Farbe(n) des Logos kann man sich gut orientieren, da davon ausgegangen werden kann, dass es sich hierbei um die Firmenfarbe handelt. Vielleicht kann man sogar auf ein Corporate Design achten oder eine Assoziation zur Firma oder zum Produkt aufbauen.

Außerdem sollte immer die Farbwirkung und damit verbunden Stimmung berücksichtigt werden. Beispielsweiße ist Rot die Farbe des Feuers, der Liebe und Leidenschaft, aber auch des Zorns. So gibt es zu jeder Farbe eine passende Eigenschaft, welche in der Dokumentation genauer erläutert werden kann.

Wenn man verschiedene Farben benutzt, entstehen gewisse Kontraste. Auch diese können wichtige Inhalte in der Konzeption sein. Hierbei kann auf das Verhältnis oder die Gewichtung eingegangen werden.

Typografie

Die Schriftwahl ist ein wichtiges Thema in der Konzeption. Wie bei der Zielgruppenanalyse bereits angesprochen, kann diese wichtig für die Wirkung auf die erreichenden Personen sein. Sobald man mehrere unterschiedliche Schriften benutzt, ist es wichtig, dass diese in Kombination stimmig zueinander sind. Hierbei ist es von großer Bedeutung, dass vor allem Fließtexte sehr gut lesbar sind. Dabei sollte auf Serifen oder Kontrast von Grund- und Haarlinie geachtet werden. Zu diesen Begriffen hilft vielleicht dieser Blogbeitrag weiter. Wenn man keine Schriften mischen will, kann auch auf die unterschiedlichen Auszeichnungen (kursiv, bold, italic) ausgewichen werden.

Zur Typografie gehört auch die Raumaufteilung der Gestaltung. Eingesetzte Absätze, Schriftgrößenverhältnisse von Überschriften, Unterüberschriften und Fließtexten aber auch die Spaltenbreite des Textes kann hier erwähnt werden.

Layout

Um die Dokumentation nicht zu textlastig zu gestalten, bietet es sich beim Thema Layout an, Bildbeispiele einzufügen. Beispielsweise kann der Satzspiegel, das Gestaltungsraster oder die Spalteneinteilung nebenan abgebildet werden.

Gegebenenfalls bietet sich an, auf die DIN-Normen einzugehen. Wenn die Aufgabe darin besteht, eine Postkarte zu gestalten, hat diese immer eine bestimmte Größe und das Feld für die Briefmarke ist immer in einem bestimmten Maß an der gleichen Stelle.

Außerdem kann man den Empfänger mit Elementen durch sein gestaltetes Medienprodukt leiten. Mithilfe einer bestimmten Anordnung gewisser Details, lässt sich der Blick des Betrachters auf gewisse Elemente lenken. Beispielsweise eine Person, die nachdenklich nach oben sieht: hier schaut der Betrachter automatisch auf dem Medienprodukt auch nach oben. So lassen sich wichtige Informationen präsent platzieren.

Wird in der Gestaltung Weißraum bewusst eingesetzt, sollte auch das in der Konzeption angesprochen und begründet werden.

Bilder

Noch eine bessere Möglichkeit Fotos in seiner Dokumentation einzufügen, als bei der Kategorie Bilder, gibt es eigentlich nicht. Wenn man sich für die Fotos, die man verwenden möchte, entschieden hat, sollte darauf geachtet werden, dass diese die gleiche Farbe oder Lichtstimmung aufweisen. Dadurch entsteht das Gefühl von Harmonie.

Zudem sollten die ausgewählten Bilder zum dazugehörigen Text passen. Auch dies kann so in der Dokumentation begründet werden, warum man sich hier für dieses bestimmte Bild entschieden hat.

Werden Bilder in der Gestaltung bewusst abgeschnitten, sollte auch hierauf eingegangen werden.

Grafische Elemente

Damit das Medienprodukt etwas aufgepeppt wird, können grafische Elemente benutzt werden. Hier bieten sich zum Beispiel Icons an. Ist das Logo umrahmt durch einen Kreis, können auch die Aufzählungspunkte bei Auflistungen als Kreis gestaltet werden. Solche Wiederholungen sollten in der Dokumentation begründet werden.

Zu dem können bestimmte Textstellen durch Zeichnungen oder Dekorationen visualisiert werden.