Wer kennt das nicht? Man läuft durch die Stadt, an jeder Straßenecke ein Werbeplakat. Busse und Bahnen zugepflastert mit Werbeanzeigen und auf Veranstaltungen gleich wieder ein Werbebanner für das nächste Event.
In dieser Flut an Werbemaßnahmen fällt es natürlich schwer aus der Masse herauszustechen und dem Betrachter im Kopf zu bleiben.
Aber keine Sorge, es gibt einige Grundregeln und Kniffe die dabei helfen genau das zu bewirken. Wir zeigen heute die wichtigsten Tricks zur Erstellung eines Plakates das wirkt.

Bevor Sie sich nun in die Gestaltung Ihres Plakates stürzen sollten Sie sich erst ein paar Fragen stellen:

  • Wen will ich mit meinem Plakat ansprechen?
  • Wie spreche ich meine Zielgruppe am Besten an?
  • Was will ich mit meinem Plakat erreichen?
  • Wie erreiche ich mithilfe meiner Gestaltung mein Ziel?

Ein optimal gestaltetes Plakat spricht den Betrachter persönlich an

Seine Aufmerksamkeit wird gewonnen, Interesse und der Wunsch das Produkt zu besitzen geweckt.
Wie der Betrachter tatsächlich reagiert lässt sich allerdings schwer vorhersagen. Das ist immer abhängig von seinen Interessen, Neigungen, seinen bisherigen Erfahrungen und seiner sozialen Lage.

Das in Fachkreisen sehr bekannte AIDA-Prinzip beschreibt die Aufgaben eines Plakates kurz und prägnant:

AIDA

A – Attention
Die Aufmerksamkeit des Kunden soll geweckt werden
I – Interest
Der Kunde soll Interesse für das Produkt entwickeln.
D – Desire
Der Kunde wünscht das Produkt zu besitzen.
A – Action
Der Kunde kauft das Produkt.

Weniger ist mehr!

Je nachdem ob die Entscheidung auf ein Out-of-Home Medium oder ein Werbemedium innerhalb eines Raumes fällt, variiert die Betrachtungsdauer.
Sitzt man beispielsweise gegenüber einem Plakat im Zug, ist mehr Zeit zur Erfassung des Inhaltes da, wie wenn sich das Plakat am Seitenstreifen einer Autobahn befindet. Der Durchschnitt liegt allerdings gerade einmal bei drei bis fünf Sekunden. Ziemlich kurz oder?

Deshalb kommt das KISS-Prinzip zum Einsatz: Keep It Short and Simple.
Heißt: Der Inhalt sollte so kurz und einfach wie möglich gehalten werden, so dass er im Vorbeigehen oder Vorbeifahren schnell erfasst werden kann.

  • maximal fünf Wirkelemente
  • kurze, prägnante Sätze
  • nur ein Element hervorgehoben

Frei stehende Motive und Slogans fallen mehr auf als eine gedrängte Gestaltung. Reduzieren Sie die Gestaltung auf das Wesentliche!

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Welches Format ist am Besten für mich geeignet?

Grundsätzlich fallen große Formate eher auf. Diese sind allerdings auch mit erhöhten Kosten und Problemen an potenziellen Aufhängeorten verbunden. Ein kleines, helles und farbintensives Plakat fällt allerdings eher auf als ein in dunklen Farben gestaltetes großes Plakat.

Motivaufbau und Blickverlauf

Um den Blick des potenziellen Kunden oder Interessenten zu lenken, ist es wichtig, dass Sie sich bei der Gestaltung des Plakates vorher darüber Gedanken machen, wohin der Betrachter als erstes blickt und wohin als nächstes. In der Regel folgt der Blick der Leserichtung. Im europäischen Raum wäre dies also von links oben nach rechts unten. Das Element das Ihnen am wichtigsten erscheint, wird idealerweise auch als Erstes angesehen. Wenn Sie sich auf wenige Elemente konzentrieren, ist die Möglichkeit größer, dass der Betrachter auch alle diese Motive ansieht. Daher sind Elemente wie das Firmenlogo, das Produkt, die Headline und eventuelle Zusatzinformationen aufeinander abzustimmen und voneinander abzugrenzen bzw. unterschiedlich hervorzuheben.

Wo platziere ich am Besten mein Logo?

Logos rufen bei den Betrachtern Erinnerungen, Assoziationen und konkrete Vorstellungen hervor. Mit Logos werden Marken verbunden und die Marken bzw. Logos gelten quasi als der „Absender“ eines Unternehmens. Daher sind sie für das Markenbranding von essentieller Bedeutung und es ist sehr wichtig, sie immer auf einem Plakat zu platzieren. Wo genau Sie das Logo anordnen, hängt letztlich von der individuellen Kampagne und der gewollten Leserichtung ab, aber generell ist es ratsam, dass es nicht zu klein dargestellt wird und eindeutig erkennbar ist. Bereits aus einer größeren Entfernung muss es gesehen werden können.

Bilder müssen Gefühle vermitteln und den Inhalt unterstützen!

Die Bildauswahl sollte das Produkt oder die Dienstleistung bzw. die Informationen die vermittelt werden sollen, optisch unterstützen. Fröhliche und glückliche Personen auf Plakaten, die positive Emotionen widerspiegeln, sorgen auch bei dem Betrachter zumeist für zustimmende und positive Emotionen. Das beworbene Produkt oder die beworbene Dienstleistung erhält somit eine höhere Aufmerksamkeit und wird automatisch besser bewertet und längerfristig im Gedächtnis gespeichert. Dadurch wird auch die Marke besser in Erinnerung behalten.

Menschen lieben Menschen!

Gesichter rufen eine besondere Wirkung in Sachen Aufmerksamkeit und Emotionen hervor. Sie sollten entweder den Blickverlauf auf ein Produkt lenken oder den Betrachter direkt anschauen.

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Das Produkt steht im Mittelpunkt

Da das Produkt das wichtigste Element auf dem Plakat ist, darf die Produktabbildung minimal 40% der Formathöhe einnehmen. Eine großformatige Darstellung und eine klare Bildsprache sind hier ideal.

Natürlich kann es auch vorkommen, dass nicht ein Produkt, sondern ein Slogan oder eine Person auf Ihrem Plakat am wichtigsten ist und im Mittelpunkt steht. Dann wird die Person oder der Slogan das größte Element des Plakates und auch hier gilt die 40% Regel (s.o.).

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Auch aus größerer Distanz lesbar – die optimale Schriftgestaltung

Die gewählte Schriftart muss auch noch aus weiter Entfernung, das heißt zwei bis drei Meter Abstand und beispielsweise aus einem fahrenden Auto gelesen werden können. Das heißt allzu schnörkelige Schriften sollten vermieden oder nur so eingesetzt werden, dass der Inhalt auch noch von weitem zu lesen ist. Außerdem sollte die Schriftgröße mindestens 5% der Plakathöhe betragen. Zwischen 12 – 15% sind für Headlines optimal. Generell empfiehlt es sich, nicht mehr als drei verschiedene Schriftgrößen zu wählen und die einzelnen Textelemente gut zueinander anzuordnen, damit der Betrachter in einen idealen Lesefluss gerät.

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Die Wirkung von Farben optimal nutzen!

Farben haben in ihren unterschiedlichen Nuancen auch unterschiedliche Wirkungen auf den Betrachter. Das Gefühl das beim Betrachten einer Farbe ausgelöst wird unterscheidet sich auch je nach Herkunft, kulturellem Hintergrund und persönlichen Erlebnissen.

Auch hier gilt um das Plakatdesign nicht zu unruhig wirken zu lassen: maximal drei verschiedene Farben verwenden. Starke Kontraste fallen zwar mehr auf, sollten aber nicht zu sehr übertrieben werden. Bei der Verwendung von Kontrasten für Schriftfarben und deren Hintergrund darauf achten, dass sich ein Komplementärkontrast negativ auf die Lesbarkeit auswirkt, aber auch zu geringer Kontrast sich schlechter lesen lässt.

Bevor Sie Ihr Plakatdesign in den Druck geben, sollten Sie sich noch folgende Fragen stellen:

  • Bezieht sich die Botschaft auf die Zielgruppe?
  • Passen die gestalterische Umsetzung zum Kommunikationsziel und der Zielgruppe?
  • Wie hoch sind die Glaubwürdigkeit bzw. die Identifikationsmöglichkeiten der Botschaft für den Betrachter?
  • Wie hoch ist der Aufmerksamkeitswert des Plakates?
  • Ist die Gestaltung übersichtlich und verständlich?
  • Ist das Plakat originell gestaltet?
  • Erreicht mein Plakat an dem gewählten Aufhängeort die gewünschte Wirkung?

Fazit:

Plakate gestalten ist doch gar nicht so schwer, wenn man einige Grundregeln der Plakatgestaltung befolgt. Das wichtigste ist nach wie vor die Zielgruppe zu kennen und entsprechend für diese zu gestalten. Nun können Sie mit der Gestaltung loslegen und Ihre Plakate anschließend online drucken lassen.

Haben Sie noch Fragen oder Anregungen zum Artikel? Was macht für Sie ein gutes Plakat aus? Hinterlassen Sie doch einen Kommentar! Gefällt Ihnen der Artikel? Dann teilen Sie ihn doch mit anderen!

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