Im Oktober erreicht das Wahljahr 2018 mit den Landtagswahlen in Bayern und Hessen seinen Höhepunkt. Vor allem in den letzten Wochen vor der Wahl werden die Parteien verstärkt die Werbetrommel rühren, um die Gunst der Bürgerinnen und Bürger zu gewinnen. Ein ebenso wirkungsvolles wie unverzichtbares Instrument ist dabei die Plakatwerbung. Auf Wahlplakaten können Kandidaten und Inhalte kurz und prägnant in Wort und Bild dargestellt werden. Die Anbringung an hochfrequentierten Standorten sorgt für eine hohe Reichweite, durch die breite Streuung bleiben die Botschaften im Kopf der Betrachter. Als wichtiges Medium der Wahlwerbung erreicht das Plakat somit eine zielgruppenübergreifende Massenpräsenz. Doch was gilt es bei der Gestaltung zu beachten und welche rechtlichen Vorgaben gibt es?

Wichtige Gestaltungselemente

Um Aufmerksamkeit zu erregen und potenzielle Wähler auch emotional zu erreichen, gibt es einige wirkungsvolle Gestaltungsmittel. „Visual Storytelling“ – also das Erzählen von Geschichten durch optische Darstellungen – lautet hier das zentrale Schlagwort. Dabei sind die ausgewählten Bilder ebenso wichtig wie etwa Texte, Slogans und Farben. Alles muss perfekt aufeinander abgestimmt werden. Auch das Parteilogo sollte prominent platziert werden, sodass der Betrachter auf den ersten Blick sieht, um welche Partei es sich handelt.

Farben haben häufig eine symbolische Wirkung. Meist völlig unbewusst verbinden wir beispielsweise Grün mit Natur, Rot mit Liebe oder Blau mit Hoffnung. Ein geschickter Einsatz der Farben kann bestimmte Themen und Botschaften somit durchaus gut transportieren und verstärken. Generell gilt zu beachten, dass die Betrachtungsdauer eines Plakates mit etwa 1,7 Sekunden sehr kurz ist. Die zentrale Botschaft muss also schnell und nachhaltig erfassbar sein. Auch der Auswahl von Schriftart und -größe kommt dabei eine bedeutende Rolle zu. Beim Text gilt: Je klarer und einfacher die Botschaften, desto einprägsamer die Werbung.

Themenplakate

Bei der Art der Plakate unterscheidet man generell zwischen Themen- und Kandidatenplakaten. Themenplakate kommunizieren in der Regel bestimmte Inhalte aus den Parteiprogrammen. Texte und Slogans können hier gezielt durch die Auswahl des passenden Bildmaterials unterstützt werden. Will eine Partei vor allem Familien erreichen, so empfiehlt es sich, diese Zielgruppe auch bildlich – etwa in einer Alltagsszene – darzustellen. Gilt die Ansprache in erster Linie Arbeitnehmern, ist eine typische Arbeitsszene die richtige Wahl. Durch Landschaftsbilder oder etwa bekannte Gebäude können Aspekte wir Regionalität, Kultur und Tradition aufgegriffen werden.

Kandidatenplakate

Im Gegensatz dazu stellen Kandidatenplakate die jeweiligen Spitzenkandidaten und ihre Botschaften dar. Stilmittel wie bestimmte Posen, Gesten, Kameraeinstellungen und Settings verleihen den abgebildeten Personen einen unverwechselbaren Charakter und ermöglichen es ihnen, den Betrachter praktisch direkt anzusprechen und mit ihm in Kontakt zu treten. Auch die Form der Ansprache – also etwa das „Du“ oder „Sie“ – sollte gut und passend zur jeweiligen Partei ausgewählt und konsequent auf allen Plakaten verwendet werden. Ohnehin kommt der konsequenten Inszenierung der Kandidaten eine immense Rolle für die Glaubwürdigkeit und den Erfolg einer Kampagne zu.

Gezielte Dramaturgie durch Plakatserien

In den meisten Fällen verwenden Parteien ganze Plakatserien, bei denen die aufeinanderfolgenden Plakate stets gut aufeinander abgestimmt werden und aufeinander aufbauen sollten. Besonders erfolgversprechend ist es in diesem Zusammenhang, wenn die Kandidatenplakate die Versprechen der Themenplakate scheinbar einlösen. Wichtig ist es zudem, Stil und Inhalte der Plakate stimmig auf die gesamte Kampagne – also auch auf die Gestaltung etwa von Werbespots, Broschüren oder Websites – anzuwenden.

Rechtliche Aspekte

Da Wahlwerbung keinem gewerblichen Zweck, sondern der Information und Meinungsbildung der Bürgerinnen und Bürger dient, unterliegt sie einem besonderen Schutz durch die Artikel 5 und 22 des Grundgesetzes. Dennoch müssen sich natürlich auch die Parteien an geltendes Recht halten. Für das Anbringen von Plakaten müssen sie sich bei der zuständigen Behörde eine Genehmigung holen, da es eine erlaubnispflichtige Sondernutzung darstellt, die der Zustimmung der zuständigen Straßenbaubehörde bedarf. Die Bedeutung von Wahlen ist in Deutschland allerdings so groß, dass hier in der Regel ein Anspruch besteht.

Die Anzahl der Plakate, die eine Partei aufhängen darf, ist vom Einzelfall abhängig und richtet sich meist nach den vorhandenen Werbeplätzen und der Werbewirksamkeit des jeweiligen Ortes. Laut Bundesverfassungsgericht gilt zudem die sogenannte „gestaffelte Chancengleichheit“, nach der die öffentlichen Flächen nach einem Verteilungsschlüssel auf alle Parteien verteilt werden müssen.

Aufgehängt werden dürfen die Wahlplakate fast überall, solange durch sie keine Gefährdung entsteht. Dies könnte beispielsweise an einer Straßenkreuzung der Fall sein. Nicht zulässig ist das Plakatieren an Privateigentum und öffentlichen Gebäuden, die der Neutralitätspflicht unterliegen. Dazu zählen unter anderem Schulen und Rathäuser. Der zulässige Zeitraum für die Wahlwerbung mit Plakaten hängt von der jeweiligen Wahl ab. Nach der Wahl müssen die Plakate binnen einer Woche entfernt werden. Einige Behörden verbieten mittlerweile freies Plakatieren und stellen den Parteien stattdessen feste Flächen zur Verfügung.

Sie möchten Wahlplakate für Ihre Kampagne drucken lassen? Dann sehen Sie sich in unserem PICAPOINT Shop unser Angebot an Wahlplakaten an.

Wahlplakate drucken